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  Masterthesis Neue Kampagnensteuerungsmethoden
    
 01.12.2009
 

 

Autor:
 Klaus Strobl,
 Institut für urbanes Management, Graz
 
Veröffentlichung:
Dezember 2009


Im Rahmen der Masterthesis als Abschluss des postgradualen Studiums für politische Kommunikation an der Donau-Universität Krems beschäftigt sich Klaus Strobl, der Leiter des Instituts für urbanes Management mit dem Thema Neue Kampagnensteuerungsmethoden...


Erstmalig umfassende Auseinandersetzung mit Thema Micro-Targeting

Die heute nach wie vor vorherrschende Methode der Wahlkampagnen-Steuerung im Bereich der politischen Kommunikation ist die der Breitenkampagne d.h. jene Art von Kampagnen, die zum überwiegenden Teil über den Massen-Medien- und -Printsektor indirekt und breitgestreut kommuniziert werden.

Im letzten Jahrzehnt setzte jedoch vor allem in us-amerikanischen Präsidentschafts-wahlkämpfen trotz vorherrschender Dominanz der massenmedialen Vermittlungsstrategien verstärkt ein Trend zu Tiefenkampagnen ein (ganz im Gegensatz zum Unternehmenssektor, wo diese Entwicklungen bereits in den frühen 90iger Jahren einsetzte) d.h. jener Typus von Kampagnen, die durch dialogorientierten Formen von Wähler-Kontakt-Programmen gesteuert werden.

Neue Begriffe wie Micro-Targeting, Predictive Analysis, Wählerpotentialanalyse, Grassroots-Campaigning, Mikro-Marketing, Voter Relationship-Management, Social-Networking, etc. tauchen vermehrt im politischen Kampagnensprachgebrauch auf. Im europäischen Bereich sind zwar immer häufiger in Dokumentationen und Publikationen zu vergangenen Wahlkampagnen vermehrt nachzulesen, diese sind aber im Gegensatz zu den us-amerikanischen Verhältnissen noch keineswegs „State-of-the-Art". In Amerika ist der Einsatz dieser neuen Kampagnensteuerungsmethoden mittlerweile zum wahlentscheidenden Faktor geworden.


Österreich im Bereich Micro-Targeting im Stadium eines Entwicklungslandes

In Österreich aber auch im benachbarten Deutschland sind die Anwendung derartiger Methoden eher unterentwickelt und der tatsächliche Einsatz eher zaghaft und immer von Skepsis begleitet. Die Verwendung derartiger und ähnlicher Begriffe und der Einsatz solcher Methoden werden zwar durchaus bereits vereinzelt in Strategiepapieren politischer Parteien zu österreichischen Wahlkampagnen erwähnt, sind aber noch keinesfalls als realer Einsatz von Micro-Targeting zu bewerten. Eine breite Tendenz in diese Richtung ist aber derzeit noch nicht feststellbar und können die „seltenen" Vertreter solcher neuen Kampagnensteuerungs-methoden durchaus noch als Pioniere auf dem österreichischen Kampagnenberatungsmarkt bezeichnet werden.

Defacto befindet sich noch eher auf einem Niveau eines (Makro-) Targeting oder (Mikro-) Aktionismus. Es fehlt zum großen Teil am konsequenten Aufbau entsprechender technologischer, struktureller und strategischer Organisations- und Managementstrukturen (keineswegs jedoch an finanziellen Strukturen) und so bleibt ein behaupteter Einsatz von Micro-Targeting eher nur an punktuellen nicht zielgerichteten und oft nur zufällig entstandenen Einzelaktionen orientiert und kann sicher nicht als wesentlicher und integrativer Strategiebestandteil einer Wahlkampagne bezeichnet werden.


Buchveröffentlichung Ende des Jahres 2010

Diese integrative wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen neuen Formen von Kampagnensteuerungsmethoden aus Sicht der Politischen Kommunikation wird Ende des Jahres 2010 in einem Buch veröffentlicht und wird erstmalig sowohl einen zusammen-hängenden theoretischen Gesamtüberblick zu diesem Thema liefern, als auch durch Darstellung von aktuellste Anwendungspraxen mit Beispielen aus dem us-amerikanischen Kampagnenmanagementbereich praktisch erläutern. 
 

 


 

 

Abbildung: Modell Strategische Wertschöpfungsketten von Micro-Targeting
Quelle:
© Klaus Strobl, Institut für urbanes Management, 2010