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Autor:
Klaus Strobl,
Institut für urbanes Management, Graz
Veröffentlichung:
April 2009
Der zweite Master-Lehrgang
an der Donau-Universität Krems hat begonnen. Mit an Bord ist Klaus
Strobl - Leiter des Instituts für urbanes Management - als
Student.
Was war der Beweggrund dafür?
Auf Basis meiner mehrjährigen praktischen Tätigkeit im
Bereich der politischen Beratung, aber auch intensiver theoretischer
Grundlagenarbeit - hier vor allem die Kreation des Strategie-Mapping-Tools Poligis Systems Campaigning mit dem
im Rahmen meiner Institutsarbeit
entwickelten
Modul der Poligis-Wählerpotential-Analyse (SVI Swing-, TVI Turnout- und
MVI Microtarget-Voter-Index) zur
selektiven regiographischen Steuerung von Tiefenkampagnen - möchte ich nun
einschlägig mein Fachwissen im Bereich der politischen Kommunikation und
meine Arbeit in diesem Segment weiter wissenschaftlich vertiefen.
Sowohl die Referenz der Donau-Universität
Krems als auch die von Univ.-Prof. Peter Filzmaier, dem Leiter des Departments
für Politische Kommunikation, waren Beweggrund mich genau für den
Lehrgang in Krems zu entscheiden.
Was ist überhaupt Politische Kommunikation?
Nun. Politisches Management zunächst ist, einfach gesagt,
das Planen, Steuern und Regeln von politischen Prozessen durch
Kommunikation und Organisation, noch einfacher gesagt: praktische
Politik.
Aber: In den immer komplexer strukturierten Gesellschaftsschichtungen
und den sich rasch ändernden Rahmenbedingungen ist es zunehmend
schwieriger geworden, die politische Landschaft in einem Blick zu
durchschauen und mit einfachen bzw. tradierten Instrumenten gezielt an
die Wählerinnen heranzukommen.
Meine bereits
langjährige theoretische und praktische Auseinandersetzung im Bereich
des Kampagnenmanagements schuf ein breites
Wissenspotential - hier vor allem auf dem speziellen Gebiet der
strategischen Entwicklung und organisatorischen Begleitung von Tiefen-
bzw. Grassroots-Kampagnen.
Das Referenzspektrum reicht hier von
Wählerpotential-Analysen, über
Wählermarkt-Segmentierung, Trend-Umfragen bis hin zur
Kampagnen-Organisation mit dem Schwerpunkt auf dezentralen und
basisorientierten Direkt-Kontaktprogrammen (dialogische bzw. virale
Marketingstrategien) und GOTV- Mobilisierungen.
Wo ist die Zukunft des Kampagnen-Management?
Wer zukünftig im Wettbewerb um den Wählermarkt erfolgreich sein will,
wird sich nicht mehr alleine auf die zwar einfacher zu steuernden und
organisatorisch leichter zu bewältigenden medial inszenierten
Breiten-Kampagnen stützen können. Denn in Bezug auf Zielgruppen sind
diese in der kommunikativen Wirkung zur Beeinflussung eines fluiden
Wahlverhaltens zu unberechenbar und vor allem in der emotionalen
Treffsicherheit zu ungenau.
In dieser Umbruchphase der Rahmenbedingungen politischer Kommunikation
bedarf es der Entwicklung neuer innovativer
Politik-Strategien ( Stichworte: Die strategischen Herausforderungen in
der erfolgreichen Bearbeitung komplexer und volatiler Wählermärkte
liegen mit Sicherheit in den Feldern des Selective Cross-Media-Campaigning,
Local Community Networking and Political Grassroots-Empowerment und
nicht in den reizüberfluteten TV-, Print- und Plakatmärkten.
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