| |
Autor:
Klaus Strobl,
Institut für urbanes Management, Graz
Veröffentlichung:
Oktober 2010
Höhepunkt der Kamingespräche
beim Masterlehrgang für Politische Kommunikation an der
Donau-Universität Krems war der Besuch beim Bundespräsidenten Dr. Heinz
Fischer.
Kamingespräche "ohne Kamin"
In unregelmäßigen Abständen besuchten die LehrgangsteilnehmerInnen für
politische Kommunikation prominente Praktiker aus Politik, Medien und
Wirtschaft und konnten so in vertraulicher Diskussion einen
Erfahrungsaustausch der besonderen Art aus der alltäglichen Praxis
politischer Kommunikation miterleben.
Zuletzt waren dies ÖVP-Generalsekratär DI Fritz Kaltenegger,
SP-Bundesgeschäftsführerin Mag. Laura Rudas und Bundespräsident Dr.
Heinz Fischer die so in 90-minütigen Gesprächsrunden für das
Masterprogramm Politische Kommunikation ihren Respekt zollten: Ging es
in der Bundeszentrale der ÖVP um den Ausgang der Steirischen
Landtagswahlen 2010, stand bei der SP-Bundesgeschäftsführerin die
bevorstehenden Gemeinderatswahlen Wien 2010 im Vordergrund und
schlussendlich verriet uns Bundespräsident Heinz Fischer Details zu
Kommunikationstrategien für seine Wiederwahlkampagne im April 2010.
Das vierte und letzte Semester ist angebrochen...
Bald zwei Jahre ist es her, dass Institutsleiter Klaus
Strobl diesen Lehrgang an der Donau-Universität Krems startete.
Viele anstrengende Anfahrtsstunden im Zug und unzählige Vortragstage
wurden in die Weiterbildung investiert. Zusammenfassend kann dazu nur
eines gesagt werden: Es hat sich einfach ausgezahlt. Neuer Wissensgewinn
und spannende Diskussionen auch mit politisch Andersdenkenden werden mir
noch lange in Erinnerung bleiben.
Und die Erkenntnis: Die rasanten Veränderungen in Wirtschaft, Politik
und Gesellschaft machen auch vor der Politischen Kommunikation nicht
halt. Vor allem vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklungen in der
Kampagnentechnologie - allen voran die Umbrüche in der sozialen
Medienkommunikation - lassen heute viele der klassischen Wahlbewegungen
von Parteien altbacken aussehen.
Es ist nicht vermessen, zu behaupten, dass Parteien vor großen
Herausforderungen stehen, wollen Sie zukünftig am Wählermarkt
reüssieren, denn viele selbsternannte "Kampagnenmanager" glauben noch
immer ihr Heil in Plakat-, Inserat und Inszenierungs- bzw.
Eventisierungsstrategien zu finden und suchen zumeist die Ursachen für
Wahlniederlagen beim Wähler oder den anderen Parteien ohne auf ihre
eigenen hausgemachten strukturellen Defizite zu achten. Zu komplex sind
die politischen Zusammenhänge geworden, um heute nur kurzfristig in
finanzielle Wahlkampfschlachten zu investieren ohne auf die nachhaltige
sozialgesellschaftliche Einbettung der Gesamtmarke Partei zu schauen.
Politische Kommunikation nur über Medien ohne den Wähler interaktiv und partizipativ
in die Partei- und Regierungsarbeit
einzubinden ist ein Auslaufmodell geworden. Wer diese Erkenntnis
gewonnen hat, der ist auch ein Stück weit auf dem Weg, die Politik für den
Bürger und die Bürgerin wieder attraktiver und vertrauenswürdiger zu
machen.
|
|
| |
Gruppenfoto vom Kamingespräch
"ohne Kamin" der Lehrgangsteilnehmer mit Bundespräsident Dr.
Heinz Fischer: (von links nach rechts) Franz Piribauer, LGF ÖAAB
Niederösterreich, Lehrgangsleiter Peter Plaikner, NRAbg. Dieter Brosz, Departmentleiter Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier,
Bettina Pepek, Rainer WIndholz, Lisa Fuchs, BP Dr. Heinz Fischer,
Bernhard Wieland, Michaela Geistler-Quendler, Institutsleiter Klaus Strobl,
Bernhard Herzog. |
|