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  Kamingespräche Donau-Universität Krems
    
 18.10.2010
 

 

Autor:
 Klaus Strobl,
 Institut für urbanes Management, Graz
 
Veröffentlichung:
Oktober 2010


Höhepunkt der Kamingespräche beim Masterlehrgang für Politische Kommunikation an der Donau-Universität Krems war der Besuch beim Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer.

Kamingespräche "ohne Kamin"

In unregelmäßigen Abständen besuchten die LehrgangsteilnehmerInnen für politische Kommunikation prominente Praktiker aus Politik, Medien und Wirtschaft und konnten so in  vertraulicher Diskussion einen Erfahrungsaustausch der besonderen Art aus der alltäglichen Praxis politischer Kommunikation miterleben.

Zuletzt waren dies ÖVP-Generalsekratär DI Fritz Kaltenegger, SP-Bundesgeschäftsführerin Mag. Laura Rudas und Bundespräsident Dr. Heinz Fischer die so in 90-minütigen Gesprächsrunden für das Masterprogramm Politische Kommunikation ihren Respekt zollten: Ging es in der Bundeszentrale der ÖVP um den Ausgang der Steirischen Landtagswahlen 2010, stand bei der SP-Bundesgeschäftsführerin die bevorstehenden Gemeinderatswahlen Wien 2010 im Vordergrund und schlussendlich verriet uns Bundespräsident Heinz Fischer Details zu Kommunikationstrategien für seine Wiederwahlkampagne im April 2010.  

Das vierte und letzte Semester ist angebrochen...

Bald zwei Jahre ist es her, dass Institutsleiter Klaus Strobl diesen Lehrgang an der Donau-Universität Krems startete. Viele anstrengende Anfahrtsstunden im Zug und unzählige Vortragstage wurden in die Weiterbildung investiert. Zusammenfassend kann dazu nur eines gesagt werden: Es hat sich einfach ausgezahlt. Neuer Wissensgewinn und spannende Diskussionen auch mit politisch Andersdenkenden werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.  

Und die Erkenntnis: Die rasanten Veränderungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft machen auch vor der Politischen Kommunikation nicht halt. Vor allem vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklungen in der Kampagnentechnologie - allen voran die Umbrüche in der sozialen Medienkommunikation - lassen heute viele der klassischen Wahlbewegungen von Parteien altbacken aussehen.

Es ist nicht vermessen, zu behaupten, dass Parteien vor großen Herausforderungen stehen, wollen Sie zukünftig am Wählermarkt reüssieren, denn viele selbsternannte "Kampagnenmanager" glauben noch immer ihr Heil in Plakat-, Inserat und Inszenierungs- bzw. Eventisierungsstrategien zu finden und suchen zumeist die Ursachen für Wahlniederlagen beim Wähler oder den anderen Parteien ohne auf ihre eigenen hausgemachten strukturellen Defizite zu achten. Zu komplex sind die politischen Zusammenhänge geworden, um heute nur kurzfristig in finanzielle Wahlkampfschlachten zu investieren ohne auf die nachhaltige sozialgesellschaftliche Einbettung der Gesamtmarke Partei zu schauen.

Politische Kommunikation nur über Medien ohne den Wähler interaktiv und partizipativ in die Partei- und Regierungsarbeit einzubinden ist ein Auslaufmodell geworden. Wer diese Erkenntnis gewonnen hat, der ist auch ein Stück weit auf dem Weg, die Politik für den Bürger und die Bürgerin wieder attraktiver und vertrauenswürdiger zu machen.
 

 


 

 

Gruppenfoto vom Kamingespräch "ohne Kamin" der Lehrgangsteilnehmer mit Bundespräsident Dr. Heinz Fischer: (von links nach rechts) Franz Piribauer, LGF ÖAAB Niederösterreich, Lehrgangsleiter Peter Plaikner, NRAbg. Dieter Brosz, Departmentleiter Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier, Bettina Pepek, Rainer WIndholz, Lisa Fuchs, BP Dr. Heinz Fischer, Bernhard Wieland, Michaela Geistler-Quendler, Institutsleiter Klaus Strobl, Bernhard Herzog.